Hernienchirurgie

Hernienchirurgie auf höchstem Niveau

Als Hernie bezeichnet man im medizinischen Sprachgebrauch sogenannte Bauchwandbrüche. Hierbei handelt es sich um erworbene oder angeborene Schwachstellen oder „Lücken“ in der Bauchraumbegrenzung. Per Definition kann von einer Hernie gesprochen werden, wenn eine Bruchlücke, ein Bruchsack und ein Bruchinhalt vorliegen. Diese Hernien bestehen überwiegend an der Bauchdecke und werden dann als sogenannte „Äußere“ Hernie bezeichnet.

Lediglich die Zwerchfellhernie und seltene Hernien im Bereich des Beckens stellen „Innere“ Hernien da. Die genaue Hernienbezeichnung ergibt sich aus der Lokalisation an der Bauchdecke oder aufgrund der Entstehungsursache.

Die Diagnosesicherung einer Hernie ist in der Regel durch eine einfache körperliche Untersuchung möglich. Nur selten sind moderne radiologische Untersuchungen wie Computertomographie oder Kernspintomographie notwendig.

Ziel der Operation ist der dauerhafte Verschluss der Bruchlücke. Hierfür stehen sogenannte „konventionelle“ Nahtverfahren als auch Operationen mit Einbringen eines Kunststoffnetzes zur Verfügung. Die Netzoperationen können grundsätzlich über einen Schnitt von außen oder als minimalinvasive Operation (Laparoskopie oder „Schlüssellochchirurgie“) durchgeführt werden.

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Leistenbruch

Bauchwandbrüche (Hernien) gehören in Deutschland unverändert zu den häufigsten Diagnosen, die eine operative Behandlung nach sich ziehen. In Deutschland werden pro Jahr ca. 200.000 Hernienoperationen durchgeführt. Unter den verschiedenen Hernienformen nimmt die Leistenhernie den größten Anteil (ca. 80 %) ein. Dabei sind Männer ca. neunmal häufiger als Frauen betroffen.

Das Hauptsymptom eines Leistenbruches ist die Vorwölbung („Beule“) in der Leiste. Diese ist oft nur von wenigen Beschwerden begleitet. Differenzialdiagnostisch müssen mögliche andere Erkrankungen wie Arthrose des Hüftgelenkes, eine Leistenzerrung, ausstrahlende Rückenschmerzen oder ein Wasserbruch ausgeschlossen werden.

Die Ursache für einen Leistenbruch ist niemals ein Unfall. Vielmehr stellen angeborene allgemeine Bindegewebsschwächen und die Anatomie der Leistenregion beim Mann mit dem schrägen Leistenkanal, durch den der Hoden in der Embryonalzeit aus dem Bauchraum in den Hodensack gewandert ist und eine Muskellücke hinterlässt, die Hauptursache dar. Begünstigt werden kann die Bruchentstehung durch Begleiterkrankungen wie Asthma oder Übergewicht.

Das Risiko einer Brucherkrankung ergibt sich durch eine mögliche Größenzunahme und damit resultierende schwierigere Versorgung und durch die Einklemmungsgefahr. Hierbei rutschen Fett- oder Darmanteile in den Bruchsack und werden durch die oft kleine Bruchlücke abgeschnürt.

Oft ist dann eine dringende oder notfallmäßige Operation notwendig. Die Häufigkeit hierfür wird mit ca. 3 % pro Jahr angegeben

Die Behandlung eines Leistenbruches erfolgt ausschließlich chirurgisch. Hierbei sollte eine Operation unabhängig von möglichen Beschwerden immer durchgeführt werden. Für eine Versorgung mittels Bruchband gibt es keine Indikation mehr.

Heute stehen verschiedenen Operationsverfahren bei der Versorgung eines Leistenbruches zur Verfügung. Gekennzeichnet sind alle Operationen durch ein niedriges intra- und postoperatives Risiko und durch gute Langzeitergebnisse. Darunter wird eine niedrige Rezidivquote, also das geringe erneute Auftreten eines Leistenbruches, verstanden. Die Operationen werden überwiegend im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes durchgeführt. In ausgewählten Fällen sind aber auch ambulante Eingriffe möglich.

Es werden sogenannte konventionelle Operationsverfahren von „außen“ oder per Schnitt mit oder ohne Verwendung eines Kunststoffetzes von den minimalinvasiven Verfahren, welche per Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden, unterschieden. Hierbei wird das genaue OP-Verfahren entsprechend der Empfehlungen der Europäischen Herniengesellschaft (EHS) jeweils individuell auf den Patienten und seine Hernie abgestimmt.

 

Schenkelbruch

Der Schenkelbruch unterscheidet sich nur wenig vom Leistenbruch. Die Bruchlücke und auch der Bruchsack treten nicht wie beim Leistenbruch Richtung Leistenregion sondern Richtung Oberschenkel (also unterhalb des Leistenbandes) auf. Dieser Bruch tritt häufiger bei Frauen als bei Männer auf und ist durch eine oft sehr kleine Bruchlücke gekennzeichnet. Die Beschwerden und das klinische Erscheinungsbild können aber oft denen des Leistenbruchs gleichen.

Die operative Behandlung wird nahezu identisch wie beim Leistenbruch vorgenommen. Lediglich die Operationen werden geringfügig modifiziert durchgeführt.

Nabelbruch

Auch beim Nabelbruch gelten die grundsätzlichen Vorgehensweisen wie oben aufgeführt. Beim Nabelbruch kommt es zu einer Bruchbildung unmittelbar am Bauchnabel. Die resultierende Vorwölbung kann zwar sehr groß werden ist aber trotzdem oft ohne Beschwerden. Eine OP-Indikation ergibt sich durch eine Größenzunahme und durch lokale Beschwerden oder Einklemmungen.

Die Operation kann überwiegend durch einen kleinen direkten Schnitt am Bauchnabel in kurzer Narkose durchgeführt werden. Nur in seltenen Fällen ist bei der Operation die Verwendung eines Kunststoffnetzes oder eine minimalinvasive Operation notwendig.

 

Narbenbruch

Hierunter versteht man die Bildung eines Bauchwandbruches nach erfolgter Bauchoperation. Die Ursachen für einen Narbenbruch sind überwiegend Wundinfekte oder Wundheilungsstörungen. Der Bruch zeigt sich in der Regel spätestens 6 bis 12 Monate nach der Operation durch eine Vorwölbung im Narbenbereich. Der oft asymptomatische Bruch kann ebenfalls fast immer durch eine einfache klinische Untersuchung der Bauchdecke festgestellt werden. Allerdings ist aber zur besseren Operationsplanung oft eine Computer- oder Kernspintomographie notwendig.

Mit Diagnosestellung ergibt sich die Indikation zur Operation. Diese wird fast immer in Vollnarkose und stationär durchgeführt. Hier stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung, die individuell auf die Bruchform und den Patienten abgestimmt werden müssen.

Oberbauchbruch

Hierunter werden erworbene Bauchwandbrüche in der Mittellinie zwischen dem unteren Brustbeinende und dem Nabel zusammengefasst. Die Bruchlücken sind oft klein und verursachen dem Patienten lokal Schmerzen.

Der Oberbauchbruch (entspricht der epigastrischen Hernie) kann überwiegend durch eine konventionelle Operation mittels Nahtverschluss versorgt werden. Nur selten ist eine aufwendigere minimalinvasive Operation unter Verwendung eines Kunststoffnetzes notwendig.

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